Wie alles begann
Anfang der 1920er Jahre riefen einige wanderfreudige junge Burschen aus Worringen den Wanderclub Morgenrot ins Leben. Neben den Wandertouren, die vorwiegend in die Eifel führten, wurde ebenso die Geselligkeit gepflegt.
Um der Gruppe und damit den lokalen Aktivitäten einen festen Rahmen zu geben, beschloss man 1926, aus dem Wanderclub eine Gesellschaft zu gründen und mit einem neuen Namen zu versehen. Aus diesem Grunde trafen sich die Mitglieder des Wanderclubs Morgenrot am 1. Januar 1926 in ihrem Vereinslokal, der Gaststätte Zum Anker von Johann Annas, und gründeten eine Casino-Gesellschaft.
Die Gründer wollten sich von den bestehenden Worringer Gesellschaften, in denen die Bezeichnungen Immerfroh, Närrische und Löstige dominierten, abgrenzen und wählten als Gegensatz den Namen Äänze Käls (so schrieb man sich anfangs). Des Weiteren gab es in den Anfangsjahren noch andere Schreibweisen, wie „Aenze Käls“ oder „Ähnze Kääls“. Außerdem wollte man den bunten Farben der anderen Gesellschaften keine weitere hinzufügen und fand, dass zu Äänze Käls die Farben Schwarz-Weiß genau passten.
Die Gründer waren damals: Gerhard Esser, Hermann Heier, Georg Hüsch, Hermann Hüsch, Mathias Klasen, Johann Klasen, Adam Klasen, Fritz Klasen, Heinrich Klasen, Peter Schneider, Peter Thelen und Josef Winters. Erster Präsident der Gesellschaft wurde Mathias Klasen.
Von Beginn an stand fest, dass man sich im Worringer Karneval – wenn auch auf eigene Art – beteiligen wollte. Die Äänze Käls veranstalten alljährlich ihren eigenen Rosenmontagszug, immer in schönen Originalgruppen, grundsätzlich schwarz-weiß geschminkt und kostümiert. Der Rosenmontagszug der Äänze Käls hatte immer seinen eigenen Weg, und man machte sich einen Spaß daraus, gegen den gemeinsamen Rosenmontagszug der anderen Gesellschaften zu ziehen. Die Wandertouren wurden weiterhin beibehalten bis Anfang der 1930er Jahre.
Die ersten Jahre
Im Jahr 1933 wurde der Name Casino-Gesellschaft in Karnevalsgesellschaft umbenannt. Doch erst 1935 nahmen die Änze Kääls (wie sie sich nun schrieben) erstmals an einem gemeinsamen Rosenmontagszug unter der Regie des Festausschusses teil. Bezeichnend für diese neue Gemeinsamkeit war auch das Zugmotto: „Alles unger eine Hot“.
In der Gesellschaftschronik heißt es dazu:
Vergesse wor met einem Schlag dä ahle Knieß,
gemeinsam maate widder alle jecke Tön.
Of schwaz de Uniform, of rut, of wieß,
mer müsse selver sage, dat wor schön!
Altgediente Änze Kääls schwärmten allerdings weiterhin von ihren schönen Erlebnissen in den ehemals freiziehenden Originalgruppen.
Die Geselligkeit stand auch zu dieser Zeit im Vordergrund. Großer Beliebtheit erfreuten sich die traditionellen „Karnevalistischen Abende“ in der Gaststätte Zur Aalstube von Peter Bachem, die bis in die ersten Nachkriegsjahre neben den Sitzungen fortgesetzt wurden.
Vom Wanderclub zur etablierten Karnevalsgesellschaft
Die Gesellschaft hatte sich ab Mitte der 1930er Jahre stark vergrößert und erhielt für die Session 1939 erstmals den Zuschlag für die Prinzengestellung. Beworben hatten sich Hermann Heier und Hermann Hüsch. Keiner der beiden Kontrahenten wollte zugunsten des anderen zurücktreten, daher wurde unter den beiden die Nominierung mit einem Ringkampf entschieden. Die beiden Kampfhähne haben – bei allem Spaß an der Sache – ehrlich und mit letztem Einsatz gerungen. Sieger blieb der bärenstarke Hermann Heier.
Im Jahre 1938 gedachte man in Worringen der Schlacht bei Worringen vor 650 Jahren. In dem zu diesem Anlass stattfindenden Festzug stellte die KG Änze Kääls einen Wagen mit der erzbischöflichen Burg, dem Burgvogt und der Burgwache. Diese Burgwache etablierte sich als Tanzgruppe, und so stellten die Änze Kääls in ihrem Prinzenjahr erstmals die Burgwache mit dem ersten Worringer Tanzpaar Katharina und Hermann Hüsch vor.
Das Tanzcorps der Änze Kääls trägt bis heute den Namen Burgwache.
Krieg und Neubeginn
Während seiner Regentschaft in der Session 1938/1939 konnte Prinz Hermann I. nicht ahnen, dass er der am längsten amtierende Prinz im Worringer Karneval werden sollte.
Aufgrund des Zweiten Weltkriegs konnte er sein Amt erst 1948 an seinen Nachfolger abgeben. Nach den bitteren Kriegsjahren von 1939 bis 1945 begann bereits 1946 der Neubeginn im Gesellschaftsleben. Präsident Gerhard Esser hatte keine leichte Zeit als Präsident, er musste die Gesellschaft in den schweren Nachkriegsjahren führen, in denen es weder Geld noch Materialien gab. Selbst das Essen war knapp, sodass teilweise der Beitrag nicht gezahlt werden konnte. Doch Gerhard Esser meisterte alles mit Geschick. Getreu dem Motto der Änze Kääls: „Änz et Levve, Freud d’r nevve„ wurde 1948 die erste Sitzung im Saal Mattheisen durchgeführt. Seitdem gehören die ÄKW-Sitzungen zu den beliebten Veranstaltungen für viele Jecke von nah und fern und tragen damit zum Erhalt des Worringer Heimatfestes bei. Viele bekannte Interpreten sind aus ihren Reihen hervorgegangen.
Weitere Höhepunkte im Nachkriegskarneval waren das 25-jährige Gesellschaftsjubiläum im Jahre 1951 und die Prinzengestellung von Fritz Höfer in der Session 1952/1953.
Auch die nachfolgenden Prinzen gereichten der Gesellschaft zur Ehre und trugen maßgeblich zum „Spaß an der Freud“ bei.
Es waren und sind:
Gerhard Esser 1958/1959
Peter Zimmermann 1964/1965
Josef Stranzenbach 1970/1971
Harry Krusche 1976/1977
Michael Ludes 1982/1983
Rolf Jansen 1988/1989
Edgar Müsch 1995/1996
Jürgen Winters 2001/2002
Stephan Güsgen 2007/2008
Thomas Schönenberg 2013/2014
Dominik Müsch 2019/2020
Im Jahr 1963 fand die Weihe der neuen Gesellschaftsfahne und der Fahne der Burgwache statt.
Traditionen
Kinder waren immer ein fester Bestandteil des Gesellschaftslebens. 1965 war es soweit, dass auf Initiative von Thea Anton für die vielen kleinen Ströpp der Änze Kääls ein Kindertanzcorps gegründet wurde. Seitdem ist der Püngel Flüh eine gute und bekannte Anlaufstelle für die kleinsten Karnevalisten, und wenn sie dann den Kindertanzschuhen entwachsen sind, lockt der fast schon automatische Weg ins Jugendtanzcorps und danach in die Burgwache. Der Erfolg auf den Sitzungen ist garantiert.
Die Mitgliedschaft in den Änze Kääls war in der ersten Zeit reine Männersache, obwohl die Frauen (fast) immer mit dabei waren. Während seiner Präsidentschaft führte Hans Klinkenberg (1974–1977) die aktive Mitgliedschaft für Frauen in der Gesellschaft ein.
Ein Karnevalsverein braucht als äußeres Erscheinungsbild selbstverständlich eine Uniform. Die Uniform der Änze Kääls bestand im Ursprung, einheitlich seit 1939, aus einer weißen Hose, einer schwarzen Uniformjacke und der schwarz-weißen Vereinsmütze. Zum 50-jährigen Vereinsjubiläum 1976 wurde von Hans Klinkenberg eine neue Vereinsuniform eingeführt mit schwarzer Hose, Dinnerjacket und Schiffchen.
Erst Mitte der 1990er Jahre fand man nach einiger Diskussion zu den ursprünglichen Uniformen zurück und kreierte darüber hinaus einige Jahre später eine diesem Aussehen angepasste Damenuniform. Die weißen Dinnerjackets findet man aber heute noch bei den Senatoren der Gesellschaft wieder.
In der Tradition der Änze Kääls ist die Geselligkeit fest verankert. Im Laufe der Jahre kamen zu den traditionellen Monatsversammlungen und Karnevalssitzungen einige Feste hinzu. So wurden und werden nach Möglichkeit das ganze Jahr über Veranstaltungen wie Vereinsausflug, Weihnachtsfeier, Spieleabend, Seniorennachmittag, Sommerfest etc. angeboten. Der Karneval steht natürlich überall im Mittelpunkt.
Eine Gruppe mit Tradition war auch das Wurringer Buure Schnäuzerballett. Es wurde 1977 von Thea Anton gegründet, um tanzfreudigen gediegeneren Damen die Gelegenheit zu geben, in karnevalistischen Outfits ihre Künste zu zeigen. Über Jahrzehnte waren die „Schnäuzer“, unterstützt durch Nachwuchstänzer, bis ins Jahr 2025 aktiv.
Apropos Tradition: Die Gesellschaftsmitglieder lassen es sich nicht nehmen, ihren jeweiligen Prinzen nach Kräften zu unterstützen. Dazu gehört, dass die Damen für
Prinzenmütze und Federn sammeln; die Herren legen für eine Überraschung als Dank an den Prinzen zusammen.
Tradition braucht Veränderungen
Das Festkomitee Worringer Karneval und die Prinzengesellschaft Änze Kääls bescherten den Jecken an Weiberfastnacht 1977 eine Neuerung im Worringer Karneval.
Erstmals eröffnete Harry Krusche als amtierender Prinz den Straßenkarneval. Vor einer großen Menschenmenge erfolgte um 11 Uhr und 11 Minuten die Eröffnung auf dem Zillikensplätzchen, die mittlerweile zur Tradition geworden ist.
Im Jahre 1983 stellte die Änze Kääls mit ihrem Prinzen Michael I. wieder den Prinzen im Worringer Karneval. Als Michael I. (Michael Ludes), seit 1977 Präsident der Gesellschaft, das närrische Volk führte und als erster Prinz in das neugebaute Vereinshaus einzog. Michael führte die Gesellschaft auch nach seiner Regentschaft mit Umsicht und großem Tatendrang weiter.
Auf in die Neuzeit
Im Jahre 1989 stellten die Änze Kääls einen weiteren Prinzen im Worringer Karneval: Prinz Rolli I. (Rolf Jansen), der seine Narren mit viel Witz und noch mehr Elan durch die Tollen Tage führte.
Im gleichen Jahr legte Michael Ludes sein Amt nieder und war bis dahin der am längsten amtierende Präsident der Gesellschaft nach dem Krieg.
Nach dem Prinzenjahr von Rolf Jansen und dem Rücktritt von Michael Ludes wählte die Gesellschaft 1989 den langjährigen Geschäftsführer Heinz Pesch zum Präsidenten. Heinz begann mit Elan, die Gesellschaft neu zu formieren.
Von außen herangetragen geschah dann etwas, was man sich seit dem Kriegsende eigentlich nicht mehr vorstellen konnte. 1991 wurden alle Rosenmontagszüge und sonstigen öffentlichen Veranstaltungen aufgrund des Golfkrieges und der zu befürchtenden Gefahren abgesagt. Dies war für alle Karnevalisten eine deprimierende Session. Trotzdem versuchte man, das Beste daraus zu machen. Viele Narren organisierten spontan „ihren“ Rosenmontagszug, mit dem Ergebnis, dass sich in der Ortsmitte mehrere kleine Umzüge trafen.
Das Vereinsleben ging trotzdem weiter.
Der Vorstand der Änze Kääls setzte sich zusammen und kam zu dem Entschluss, dass noch mehr für die Jugend getan werden sollte. Es wurde eine Jugendgruppe gegründet, die sich in ihrer Zusammenkunft den Namen Junge Änze Kääls gab, was man schlicht und einfach mit JÄK abkürzte. Die JÄK wurden ein fester Bestandteil des Gesellschaftslebens und motivierten Klein („Jäcke Früchtchen“) und Groß („Verdrüchte Früchte“), den Gedanken fortzuführen.
Neben der Geselligkeit dachte der Vorstand auch an die Herausforderungen des Vereinslebens. Als erste Gesellschaft in Worringen und als Beispiel für andere wurde der Verein zum eingetragenen Verein und erlangte kurz darauf die Gemeinnützigkeit.
Die Änze Kääls feierten 1992 einen jecken Geburtstag: Die Gesellschaft wurde 66 Jahre alt. Ein Festausschuss wurde gebildet, ein Orden entworfen und selbst gefertigt, ein Raum gemietet – und schon hatten die Änze Kääls ein jeckes Fest, welches ausgiebig gefeiert wurde.
Seit Jahren gibt es im Worringer Karneval neben den normalen Gesellschaftssitzungen und den karnevalistischen Abenden des Männergesangsvereins noch weitere karnevalistische Veranstaltungen, wie Familienabende, Kindersitzungen und KKK-Frauensitzungen. Vereinzelt wurden auch Herrensitzungen in kleinem Rahmen (sprich in Gaststätten) veranstaltet. Als Alternative zu anderen Sitzungsformen überlegte der Vorstand, es mit einer Herrensitzung in größerem Rahmen zu versuchen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten gab der Erfolg der nächsten Jahre dem Vorstand in seiner Entscheidung recht. Heute ist es für die Herren aus Worringen und Umgebung immer ein Erlebnis, diese Veranstaltung – bei der sie unter sich sind – zu besuchen.
Die Jahrtausendwende rückt näher
1994 wurde der neue Prinzenanwärter der Gesellschaft für die kommende Session gewählt. Der Vorstand wusste, dass wieder viel Arbeit auf ihn zukommen würde.
Doch Prinz Eddy I. (Edgar Müsch) wusste sie noch mehr zu beschäftigen. Er ließ die Gesellschaft wissen, dass er an Weiberfastnacht 1996 seine „Prinzessin“ Vicki im Kölner Rathaus heiraten werde. Da er zu dieser Zeit schon als Prinz Karneval proklamiert war, wurde er natürlich in seinem Prinzenornat getraut. Die Gesellschaft begleitete – gemeinsam mit der Löschgruppe Worringen, bei der Edgar aktives Mitglied war – ihren Prinz Eddy zum Rathaus.
Auch in diesem Jahr sorgten die Änze Kääls für eine Neuerung im Worringer Karneval. Der Vater von Prinz Eddy I., Hubert Müsch, zu seiner Zeit stolzer Bundeswehrsoldat, hatte mit dem Karneval in dem Sinne nichts am Hut. Doch in der Vorbereitung auf das Prinzenjahr seines jüngsten Sohnes fielen ihm einige Dinge auf, die für ihn geändert gehörten. So wurden von da an die Fahnen der Gesellschaften mit einem festlichen Akt vor der Hofburg seiner Tollität gehisst. Geboren war das bis heute traditionelle Fahnenhissen.
Für Vereinsmitglieder, die über Jahrzehnte hinweg mit besonderen Aktivitäten und persönlichem Einsatz am Gesellschaftsleben teilnehmen, wurde der Ehrentitel Senator eingeführt. Auf der Sitzung im Jahre 1995 konnten die Änze Kääls nach langer Zeit drei verdiente Mitglieder zu Senatoren ernennen: Walter Kaul, Herbert Ott und Michael Ludes. Im Jahre 1997 ernannte der Verein Edeltraud Buchwald zur Senatorin. Außerdem gehören Thea Anton, Trudi Koll, Franz-Josef Axler und Josef Wolff zum Kreis der Senatoren.
Die Senatoren lassen es sich seit langem nicht nehmen, an Weiberfastnacht mit einem „Bierwägelchen“ die Eröffnung des Straßenkarnevals zu feiern.
Die Vorbereitungen für das nächste Prinzenjahr begannen mit der Generalversammlung 2000, auf welcher der Verein seinen neuen Prinzenanwärter wählte. Es war nicht nur das Prinzenjahr vorzubereiten, sondern auch das 75-jährige Vereinsjubiläum. Im Juni 2001 war es dann so weit. Die Gesellschaft feierte ihren Geburtstag. Die Feierlichkeiten begannen mit einer „Kölschen Messe“ und einem Platzkonzert auf dem Zillikensplätzchen, bevor man im Vereinshaus weiterfeierte. Neben allen Worringer Tanzcorps, die ihr Können unter Beweis stellten, gab es auch Darbietungen quer durch die Zeit der Gesellschaft. Außerdem wurde eine Ausstellung zur Vereinsgeschichte organisiert, die neben alten Orden und Uniformen auch Bilder und Requisiten ausstellte, die bei vielen schöne Erinnerungen hervorriefen.
Der eigentliche Höhepunkt der Session 2001/2002 war dann die Prinzengestellung aus Reihen des Vereins. Jürgen Winters schwang als Prinz Jürgen I. das Zepter und bewies, dass auch in 40 Tagen die vielen Termine zu schaffen sind.
Zum Abschluss des Prinzenjahres wurde unser Mitglied Walter Kaul für seine 50-jährige Vereinszugehörigkeit geehrt.
Auf der Generalversammlung 2002 stellte sich der langjährige Präsident Heinz Pesch, der den Verein seit 1989 geführt hatte, nicht mehr zur Wahl. Er führte die Gesellschaft 13 Jahre lang und damit ein Jahr länger als Michael Ludes. Zu seinem Nachfolger wählte die Gesellschaft Edgar Müsch, einigen besser bekannt als Prinz Eddy I. (1996), zum neuen Präsidenten.
Ein Jahr später ernannten die Änze Kääls auf ihrer Kostümsitzung den langjährigen Präsidenten Heinz Pesch, der seit 2002 als Präsident an der Spitze des Festkomitees Worringer Karneval stand, zum Ehrenpräsidenten. Walter Theis jr., der über Jahre hinweg als Schatzmeister der Gesellschaft fungierte, wurde zum Ehrenschatzmeister ernannt.
Im Jahre 2003 ernannte die Gesellschaft das langjährige Mitglied Bernd Kämpf, der manchen sicher noch als Vergnügungspräsident der Änze Kääls bekannt sein dürfte, zum Senator. Gertrud Esser und Horst-Michael Zimmermann wurden 2005 in den Kreis der Senatoren aufgenommen.
Das nächste Highlight in der Geschichte der Änze Kääls war die Gestellung des Prinzen Karneval in der Session 2007/2008. Stephan Güsgen regierte als Prinz Stephan I. das närrische Volk. Glaubte man sechs Jahre zuvor mit Prinz Jürgen I. eine extrem kurze Session erlebt zu haben, standen jetzt noch einmal sieben Tage weniger zur Verfügung. Klar, dass dies für Vorstand, Gesellschaft, Prinz und Hofstaat eine Menge Stress bedeutete. Gott sei Dank kam der Spaß dabei nicht zu kurz, weshalb sich die Mitglieder noch lange an vergnügliche Veranstaltungen mit Prinz Stephan I. im Vereinshaus erinnern werden, an denen man gemeinsam bis in die tiefe Nacht auf der Bühne mitschunkelte und -sang.
Im Jahr 2010 wurden sechs Änze-Mitglieder zu Senatoren ernannt. Dazu gehören unsere ehemaligen Prinzen Rolf Jansen, Edgar Müsch, Jürgen Winters und Stephan Güsgen. Der neu angefertigte Senatsorden wurde außerdem unserem Ehrenpräsidenten Heinz Pesch und seiner Frau Doris Pesch verliehen.
Thomas Schönenberg war in drei vorhergehenden Prinzenjahren der Änze Kääls Mitglied des Hofstaates und begeisterte das Publikum auf den Sitzungen jedes Jahr mit viel Spaß und Seele als Sänger auf der Bühne. Im Jahre 2014 erfüllte sich sein Wunsch: Er stand als Prinz Thomas I. an der Spitze der Narrenschar und begeisterte – getreu seinem Motto „Met Freud am Singe dun ich et Wurringer Zepter schwinge“ – das Publikum.
2015 ernannte die Gesellschaft Beate Günther, Andrea Schmitz, Rolf Engel, Thomas Schönenberg, Achim Pache und Wilfried Zimmermann zu Senatoren.
Im gleichen Jahr wurde das 50-jährige Jubiläum des Kindertanzcorps gefeiert.
Jeder Verein hat seine langjährigen Mitglieder, die mit ihrer Erfahrung zum Gelingen und Fortbestand der Gesellschaft beitragen. Auch hier gibt es besondere Anlässe. Im September 2018 gratulierte der Verein im Rahmen einer kleinen Feier
– für ihre 65-jährige Mitgliedschaft Walter Kaul und Josef Wolff
– für ihre 70-jährige Mitgliedschaft Thea Anton und Franz-Josef Axler
Die 2020er Jahre
2019 war es dann so weit, und die Änze Kääls stellten ihren neuen Prinzenanwärter auf der 11ten-im-11ten-Feier vor. So trat Prinz Dominik II. (Dominik Müsch) in die familiären Fußstapfen seines Onkels Edgar (Eddy I.) und führte das Dorf durch den Fastelovend.
Nur das Wetter spielte nicht ganz so mit. Der Kinderzug am Karnevalssonntag musste aufgrund von Sturmwarnungen abgesagt werden. Der Rosenmontagszug wurde von Regenschauern begleitet. Das konnte Dominik auf seinem Triumphzug aber nicht abbringen, und er lächelte freudestrahlend die Wolken weg, sodass beim Einzug auf das Zillikensplätzchen sogar noch einmal die Sonne ihre Kraft zeigte.
Kurz nach Aschermittwoch kam dann die Nachricht, die die Welt zum Stillstand brachte: Die Corona-Pandemie mit den Auflagen und dem Lockdown brachte auch den Karneval zum Stehen. Das ließ die Änze aber nicht davon abbringen, dennoch den Karneval zu huldigen. Die Gruppierungen trafen sich im Digitalen über Zoom und Co. und konnten so die schwere Zeit mit ein wenig „Freud d’r nevve“ verbringen. Auch zur Sofasitzung vom Festkomitee Worringer Karneval und Lutz Meurer konnte die Änze dann ihren Beitrag leisten.
Noch in der Corona-Pandemie, als die Auflagen es wieder zuließen, versammelte sich die Änze 2022 zur Jahreshauptversammlung. Auf dieser teilte Präsident Edgar Müsch mit, dass er sein Amt als Präsident der Gesellschaft nach stolzen 21 Jahren niederlegen werde. Zu diesem Zeitpunkt war unser Eddy nicht nur der am längsten amtierende Präsident der Änze Kääls, sondern auch der längst amtierende Präsident aller dem Worringer Festkomitee angeschlossenen Gesellschaften der Nachkriegszeit.
Bei der darauffolgenden Neuwahl wurde als Edgars Nachfolger sein Neffe Dominik Müsch gewählt, der bereits davor viele Jahre als Vizepräsident an Edgars Seite den Verein repräsentierte und auch in der Session 2019/20 als Prinz Dominik II. das närrische Volk anführte.
Eine logische Konsequenz war es dann, auf der Kostümsitzung 2023 Eddy für seine langjährige Arbeit zum Ehrenpräsidenten der Änze Kääls zu ernennen. Die minutenlange Standing Ovation honorierte und unterstrich die Arbeit, die Eddy für den Worringer Karneval geleistet hat. Doch seine Karriere fand da noch kein Ende. Er engagiert sich seitdem weiterhin als Vizepräsident im Festkomitee Worringer Karneval.
Hier und Jetzt
Heute ist der Fastelovend wieder präsent und im vollen Gange. Folglich der Änze-Tradition, dass die Prinzen zu Senatoren der Gesellschaft ernannt werden, wurde Dominik Müsch (Dominik II.) auf dem Sommerfest der Änze 2024 zum Senator ernannt. Ebenfalls wurden Vicki Müsch, Bianca Knuth, Irene Güsgen, Ralf Günther, Inge Müsch, Hannelore Roschke und Gerd Schönenberg zu Senatoren der Gesellschaft.
2025 verkündet Präsident Dominik Müsch, dass er nach 3-jähriger Amtszeit aus persönlichen Gründen nicht mehr zur Wahl antreten wird. Die Änze, vor eine kleine Herausforderung gestellt, eine neue Vereinsführung zu finden, holte kurzerhand Ehrenpräsident Edgar Müsch als Interimslösung aus seinem kurzen „Änze-Ruhestand“.
Große Ereignisse werfen bereits ihre Schatten voraus…
Die Karnevalsgesellschaft Änze Kääls fiebert zusammen mit ihrer Schwestergesellschaft, der Großen Karnevalsgesellschaft Worringen von 1926 e.V., dem gemeinsamen 100-jährigen Jubiläum entgegen, welches 2026 in einem großen Feierjahr zelebriert werden soll.
