Karnevalsgesellschaft Änze Kääls Worringen schwaz-wieß von 1926 e.V.

Seit vielen Jahrzehnten gehören wir als Arbeitskreis Wagen- und Bühnenbau fest zum Änze-Karneval dazu. Denn ohne uns gäbe es im Rosenmontagszug weder beeindruckende Prinzenwagen noch die liebevoll gestalteten Mottowagen, die Jahr für Jahr für staunende Gesichter am Straßenrand sorgen. Früher haben wir noch in kleinen Scheunen, Remisen und manchmal auch in ziemlich zugigen Hallen gearbeitet – Hauptsache, irgendwo war Platz für Holz, Farbe und eine ordentliche Portion karnevalistischen Wahnsinns.

In den 60er Jahren bauten wir unsere Wagen in einem Schuppen, der “Eulenburg”, der Familie Zöllner am Lievergesberg. Dort stand immerhin ein kleiner Holzofen – und das war Gold wert, damit wir beim Malen nicht komplett festfroren. Später zog es uns auf den Hof der Familie Braun, wo zwischen Stroh, Farbeimern und Werkzeugen so etwas wie unser zweites Zuhause entstand. Dass dabei nicht immer alles glattlief, gehörte irgendwie schon immer dazu. Wenn im Winter über Nacht die Farbe von den Wagen platzte, hieß es eben: abkratzen, neu streichen und weitermachen. Et hätt noch immer jot jejange.

Über die Jahre zogen wir mit Wagen und Material von Halle zu Halle. Mal arbeiteten wir auf dem Gelände der Erdölchemie, mal in einer alten Zuckerfabrik in Dormagen  oder in einer ziemlich heruntergekommenen Halle in St. Peter – ohne Strom, aber mit jeder Menge Tauben als stille Zuschauer. Selbst verschimmelte Wagenfronten kurz vor dem Zug konnten uns nicht aufhalten. Dann wurde improvisiert, geschraubt und lackiert, bis wieder alles stand.

Vertreter der Wagen- und Bühnenbauer im Vorstand waren Andreas Esser bis 1983 und Horst Zimmermann bis 2012. Danach übernahm Gerd Schönenberg, der wiederum von Georg Wördenweber abgelöst wurde. Danach folgten Sascha Schüler und Peter Wierts.

Heute bauen wir unter der Leitung von Axel Warstat und Christian Zimmermann im Gilleshof – zwar mit weniger Platz als früher, aber mit genauso viel Herzblut. Mit fünf bis sechs Aktiven pro Treffen wird gesägt, gebaut, diskutiert und natürlich viel gelacht. Denn am Ende verbindet uns seit Generationen genau das: ein bisschen Kreativität, ein bisschen Chaos und ganz viel Freude daran, gemeinsam etwas Besonderes auf die Straße zu bringen